Pressemitteilungen zum Thema Fluglärm / Lärm


Presseinformation (Initiativkreis Klima- und Fluglärmschutz im Luftverkehr)
1. Juli 2019 / #5


„Der Flughafen muss den Menschen sagen, welche Zusatzbelastungen er ihnen noch aufbürden will.“

Sommerinterview mit dem Luftfahrtexperten Martin Mosel

In dieser Woche hat das Hamburger Abendblatt den derzeitigen Geschäftsführer des Hamburger Verkehrsflughafens, Michael Eggenschwiler, interviewt und in bemerkenswert unkritischer Weise dem Flughafen-Chef ausgedehnten Spielraum zwischen Wunsch und Wirklichkeit eingeräumt. Objektivität und Faktentreue sind in diesem Spannungsfeld leider wesentlich zu kurz gekommen.  

Der Initiativkreis Klima- und Fluglärmschutz im Luftverkehr für Hamburg und Schleswig-Holstein (IK) hat sich mit dem Luftfahrtexperten Martin Mosel zur Entwicklung des innerstädtisch gelegenen Flughafenstandortes getroffen und ihn gleichsam Fragen zur Passagierluftfahrt im allgemeinen sowie speziell in Hamburg gestellt. ...

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Presseinformation (Initiativkreis Klima- und Fluglärmschutz im Luftverkehr)
1. Juli 2019 / #5


Fluglärmschutzinitiativen kritisieren die Verspätungszahlen:
„Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer!“

Die Bürgerinitiativen und Vereine für Klima- und Fluglärmschutz in Hamburg und Schleswig-Holstein können sich dem "Freudenchoral" über den Rückgang der nächtlichen Verspätungszahlen im Luftverkehr in Hamburg nicht anschließen und kritisieren die Leichtfüßigkeit der Erfolgsmeldungen von Flughafen und Senat.

Die Relativierung und zunehmende Akzeptanz eines sehr hohen Belastungsniveaus an derartigen Flugbewegungen außerhalb der offiziellen Betriebszeit nach 23 Uhr durch die Verantwortlichen in Politik, Verwaltung und Luftverkehrswirtschaft begründet die besondere Kritik der Betroffenen. Mit unzulässigen Vergleichen und Mittelungen ist es insbesondere der Flughafen, der das steigende Übermaß verharmlost. In der Fachwelt wird dies als Shifting Baseline bezeichnet. ...

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Presseinformation (Initiativkreis Klima- und Fluglärmschutz im Luftverkehr)
25. Juni 2019 / #4


Ferienstart am Flughafen:
Belastungen übersteigen das Erträgliche

... Am Mittwoch beginnen die Sommerferien in Hamburg. In den kommenden Tagen werden rund 145.000 Menschen die Stadt mit dem Flugzeug verlassen. Zum Einsatz kommen dabei über 1.000 Flugzeuge. Während die Einen sorglos in den Urlaub starten, müssen die Anderen die unerträglichen Belastungen durch Lärm und Luftschadstoffe ertragen. Die Menschen in den An- und Abflugschneisen in Langenhorn, Poppenbüttel und Lemsahl haben aktuell besonders unter den Starts zu leiden. Dabei werden im Überflug in Lemsahl, weit ausserhalb der offiziellen Fluglärmschutzzonen, Spitzenpegelwerte von bis zu 80 dBA gemessen - und das bis zu 170 Mal während eines Betriebstages. Was heute für Lemsahl unerträglich ist, kann morgen schon in der anderen Richtung in Niendorf, Eimsbüttel und Osdorf oder Norderstedt gelten. Alsterdorf und die City werden hingegen auch in diesem Sommer kategorisch von den luftverkehrsbedingten Belastungen verschont. Während der Flughafenbetreiber den Reisenden Tipps und Tricks für eine möglichst komfortable An- bzw. Abreise anbieten, müssen die Anwohner in den An- und Abflugschneisen für die kommende Lärmzeit eigene Schutzmechanismen und Vermeidungsstrategien entwickeln - in jedem Fall jedoch verbunden mit einer deutlichen Einschränkung der Lebensqualität. ...

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Presseinformation (Initiativkreis Klima- und Fluglärmschutz im Luftverkehr)
24. Mai 2019


KLIMALAST FLIEGEN
Der Betrieb des Hamburger Verkehrsflughafens hat im Jahr 2018 einen Klimaschaden von 154 Millionen Euro verursacht.

Die große Mehrheit der Menschheit ist noch nie geflogen – aber die kleine Minderheit, die regelmäßig fliegt, schadet der Umwelt mit ihrem Handeln extrem. Im Jahr 2018 sind 97 Prozent der Weltbevölkerung nicht geflogen. Die verbleibenden 3 Prozent haben mit ihrem Mobilitätsinteresse insgesamt eine Milliarde Tonnen Kohlenstoffdioxid (CO2) verursacht.

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Europäische Bürgerinitiativen zur Besteuerung von Kerosin: https://eci.ec.europa.eu/008/public/#/initiative

Lasst uns die 27 Milliarden Euro Kerosinsteuerbefreiung in Europa beenden!

Deshalb haben wir eine Europäische Bürgerinitiative ins Leben gerufen, um die Steuerbefreiung für Flugtreibstoff in Europa zu beenden. Wenn unsere Petition innerhalbeines Jahres mindestens 1 Million Unterschriften sammelt, wird  die Europäische Kommission aufgefordert, den Regierungen der EU-Mitgliedstaaten die Einführung einer Kerosinsteuer vorzuschlagen, weshalb wir die hohe Unterstützung für eine gerechtere und umweltfreundlichere Mobilität in der EU durch die Sammlung von sogar mehr als einer Million Unterschriften zeigen müssen.

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Presseinformation (Initiativkreis Klima- und Fluglärmschutz im Luftverkehr)
23. April 2019


Millionenschaden durch Flughafenbetrieb – Gewinne auf Kosten der Gesundheit der Anwohner

Der Initiativkreis Klima- und Fluglärmschutz im Luftverkehr ist ein Zusammenschluss von Bürgerinitiativen und Vereinen aus Hamburg und Schleswig-Holstein, die dem Fluglärm - verursacht durch den Betrieb des innerstädtisch gelegenen Hamburger Verkehrsflughafens - den Kampf angesagt haben.

Zum 22. Tag gegen den Lärm - International Noise Awareness Day (www.tag-gegen-laerm.de), der am Mittwoch, den 24. April 2019 unter dem Motto "Alles laut oder was?" stattfindet, hat der Initiativkreis Klima- und Fluglärmschutz im Luftverkehr erstmalig einen Teil des luftverkehrsbedingten Umweltschadens des „Helmut Schmidt-Airports“ ermittelt und die durch den Fluglärm produzierten Lärmfolgekosten beziffert. Das Ergebnis der auf Daten des Umweltbundesamtes1) sowie eigenen Erhebungen basierenden Berechnung lautet: Die fluglärmbedingten immateriellen Gesundheitskosten sowie die konkreten Gesundheitsschäden für die insgesamt ca. 250.000 vom Fluglärm betroffenen Bürgerinnen und Bürger in Hamburg und Schleswig-Holstein belaufen sich auf ca. 24,8 Mio. Euro pro Jahr!

Ein Negativbetrag, der bislang in keiner Bilanz auftaucht. Bisher verfügt der kommerzielle Flughafenbetreiber (Flughafen Hamburg GmbH – FHG) über ein kostenloses Lärmkontingent. Dieses wurde 1998 festgelegt und seitdem weder den geänderten rechtlichen Rahmenbedingungen noch den wissenschaftlichen Erkenntnissen zur Lärmfolgeforschung angepasst, d.h. verringert.

„Erstmalig können wir einen Teil der externen Umweltkosten des „Helmut Schmidt-Airports“ berechnen und offenlegen. Mit der heute vorgelegten Fluglärm-Folgekostenberechnung betreten wir Neuland. Bisher wurde vom Flughafenbetreiber und von den Verantwortungsträgern in Politik und Verwaltung lediglich der monetäre Gewinn durch den Passagier- und Frachttransport betrachtet. Wir erwarten nunmehr, dass bei der jährlichen Flughafenbilanz auch immer die verursachten Lärmkosten mit angegeben werden. Kostenlose Verschmutzungszertifikate zu Lasten Dritter sind nicht mehr zeitgemäß und gehören daher abgeschafft“, fordert Martin Mosel, Sprecher des Initiativkreis Klima- und Fluglärmschutz im Luftverkehr.

1) UBA-Texte 109/2018: Szenario Luftverkehr Deutschland unter Einbezug von Umweltaspekten; UBA (2019):
Methodenkonvention 3.0 zur Ermittlung von Umweltkosten - https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/szenario-luftverkehr-deutschland-unter-einbezug-von

Hintergrund


Am 24. April 2019 findet der 22. Tag gegen Lärm – International Noise Awareness Day statt. Das Motto lautet "Alles laut oder was?“. In Deutschland ist der "Tag gegen Lärm" eine Aktion der Deutschen Gesellschaft für Akustik (DEGA e.V.). An diesem Aktionstag geht es darum, die Aufmerksamkeit auf die Ursachen von Lärm und seine Wirkungen zu lenken, mit dem Ziel, die Lebensqualität nachhaltig zu verbessern. Die Informationen und Aktionen am "Tag gegen Lärm" richten sich an Erwachsene und Kinder sowie fachlich interessierte Kreise und politisch Verantwortliche.

Als Lärm werden Geräusche (Schall) bezeichnet, die durch ihre Struktur (Lautstärke und Frequenz) auf die belebte Umwelt (Menschen, Tiere) belastend bis gesundheitsschädigend wirken. Lärm stellt eine nichtstoffliche Umweltverschmutzung dar, die das natürliche Lebensumfeld des Menschen negativ beeinflusst. Die daraus resultierenden Schmerzen und das Leid der Betroffenen oder Angehörigen sowie der Verlust an Lebensqualität werden als sogenannte immaterielle Kosten quantifiziert.

Der Luftverkehr ist eine der größten Umweltbelastungen weltweit. Neben dem Anheizen des Klimawandels und dem Ausstoß von Luftschadstoffen verantwortet das Fliegen über seine Lärmemissionen einen unmittelbaren Eingriff in die Lebensqualität vieler Menschen. Lärmbedingte Erkrankungen sind im Umfeld von Flughäfen sowie im Bereich der Start- und Landekorridore signifikant erhöht.

Luftverkehr kann auf verschiedenen Ebenen zu Beeinträchtigungen für die lärmexponierten, d.h. dem Lärm ausgesetzten Menschen führen. Fluglärm kann messbare vegetative und endokrine (hormonelle) Veränderungen bewirken, die auf lange Sicht zu Stoffwechselstörungen, Organ-Dysfunktionen und Sterbefällen führen können.

I. Psychologische Wirkungen:

  1. Lärmbelästigung: Ab einer bestimmten Stärke (Pegelhöhe und Häufigkeit) kann die indivi-duelle Fluglärmwahrnehmung zu einer erheblichen Belästigung aufgrund von Störungen von Kommunikation (innen wie außen), Beeinträchtigungen von Erholung und Freizeit und der Störung von Lern- und Arbeitsprozessen führen
  2. Kognitive Leistung: Durch Fluglärm kann insbesondere die geistig-emotionale Entwicklung von Kindern verzögert werden (z.B. Wahrnehmung der Umwelt, Aufmerksamkeit auf spezielle Geschehen, Verarbeitung von Informationen im Gehirn, Gedächtnisspeicherung für spätere Erinnerung,  Zuweisung von Bedeutungen)
  3. Angst: Auch Angstzustände (v.a. bei rasch anwachsenden und lauten Schallereignissen, z.B. Überflüge in niedriger Flughöhe) können entstehen


II. Physiologische Wirkungen:

  1. Herzkreislauf-Erkrankungen (Herzinfarkt, Schlaganfälle, Herzinsuffizienz)
  2. Störungen des Schlafs ((Wieder-)Einschlafen, Durchschlafen)
  3. psychische Erkrankungen (u.a. Depressionen), etc.


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