Ramsch- und Billigflüge am Hamburger Flughafen

Jeder zweite Flug vom Hamburger Flughafen ist ein Ramsch- oder Billigflug. (Ultra-)Kurzstreckenflüge nach Frankfurt, Düsseldorf, Stuttgart und München machen mehr als 25 % des Verkehrsaufkommens aus. Hier läuft gewaltig etwas schief!

Der Luftverkehr in Hamburg muss richtig in den Klimaschutz einbezogen werden. Das "CO2-Programm" des Flughafens ist Greenwashing und bezieht sich ausschließlich auf das Flughafengelände. Wirklich wirksam wäre die Reduzierung von Flügen wie z.B.:

  • Ramschlfüge < 10 Ct pro Passagierkilometer (unterhalb der Erstellungskosten)
  • Massen-Billigflüge < 25 Ct. pro Passagierkilometer (unterhalb der externen Umweltkosten)
  • Ultrakurzstreckenflüge < 500 km
  • Shoppingflüge (FastFashion) ...  weitere siehe BAW-Chart

Kernproblem: Billigflieger

  • Aggressive Preispolitik, verbunden mit penetranter Werbung
  • Lockangebote mit sittenwidrigen Preisen unterhalb der Kostenschwelle
  • Geringer Organisationsgrad der Mitarbeiter in Gewerkschaften
  • Umgehung von Tarifverträgen ........

Im Kern geht es bei der Billigfliegerei darum, mit radikal niedrigen Preisen Fliegen einem Massenpublikum aufzudrängen anzubieten – zu Lasten Dritter.
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Das Fluglärm-Trilemma

Der bestehende gravierende Missstand hinsichtlich Ausmaß und Verteilung der luftverkehrsbedingten Belastungen (Lärm und Dreck), verursacht durch den innerstädtisch gelegenen Hamburger Verkehrsflughafen, baut auf drei Säulen: Arroganz der Macht, Ignoranz der Masse und Apathie der Betroffenen. Im Zentrum dieser „Dreifaltigkeit“ steht die Billigfliegerei. Ihr wird auf Gedeih und Verderb gehuldigt. Ryanair-Chef Michael Kevin O’Leary drückt es extrem, aber zutreffend aus: „Ihr Deutschen würdet noch nackt über Glas kriechen, um billig fliegen zu können“.

Razzia an sechs Ryanair-Standorten

Scheinselbstständigkeit. Gegen Personaldienstleister des Billigfliegers wird nach ZEIT-ONLINE-Informationen wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung und Scheinselbstständigkeit ermittelt.  

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Foto: Nsaa, wikipedia

(Alb-) Traumjob Pilot

Die wenigsten Passagiere, die gut gelaunt in den Billigflieger steigen, ahnen, wer sie da in den Urlaub transportiert. Menschen mit prekären Arbeitsverhältnissen, überschuldet, übermüdet und überfordert. Vom früheren Glamour des Pilotenjobs ist fast nichts mehr übrig.

... Die immer krasser werdende Low-Cost-Politik kann auf Dauer nicht ohne Folgen bleiben, befürchtet Professor Yves Jorens, der im Auftrag der EU-Kommission vor zwei Jahren mehr als 6000 Piloten nach ihren Arbeitsverhältnissen befragt hat. Er zitiert Piloten mit der Aussage: "Vielleicht sollte einmal ein Flugzeug abstürzen, damit man wirklich sieht, welche Probleme es gibt. Aber wir hoffen natürlich alle, wir sind professionell, wir wollen das nicht und all unseren Kollegen soll das auch nicht passieren. Aber ich schließe das ehrlich gesagt nicht aus."

Phantomstreik gegen prekäre Arbeitsverhältnisse?

aut Flughafen Hamburg GmbH sind bei den Bodenverkehrsdiensten zurzeit rund 910 Mitarbeiter*innen beschäftigt, von denen ca. 690 Personen für das Gepäck und die Flugzeug­abfertigung zuständig sind. Wenn 20 % dieser Mitarbeiter*innen offensichtlich in prekären Arbeits­verhältnissen angestellt sind, lässt dies aufhorchen ...

Foto: TonyPrats, pixabay

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